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Published on August 8th, 2014 | by corto

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Prozess in Mönchengladbach endet mit Freispruch für Antifaschisten

Analyse des Videomaterials veranlasst Staatsanwalt zur Beantragung von Freispruch

Am 6. August 2014 endete der Prozess gegen eine Person aus dem Umfeld der Gruppe Ultras Braunschweig nach 20 Minuten auf Antrag der Staatsanwaltschaft mit einem Freispruch.
Anlass waren die Vorfälle beim Auswärtsspiel der Braunschweiger Eintracht am 20. September 2013, bei denen rechte Hooligans und deren Sympathisanten unsere Gruppe vor und nach dem Spiel unter diskriminierenden Beleidigungen und Gewaltanwendung attackierten. (siehe: http://www.ub01.de/massive-ubergriffe-auf-die-gruppe-ultras-braunschweig-beim-auswartsspiel-am-20-09-2013-in-monchengladbach/)

Im Rahmen dieser Auseinandersetzungen setzte der Freigesprochene sich gegen die Gewaltanwendung eines Angreifers und Provokateurs der rechten Hooligangruppe Alte Kameraden zur Wehr. Dies ergab die gemeinsame Videoanalyse im Gerichtssaal durch Richterin, Staatsanwalt und Verteidiger. Aufgrund dieser offensichtlich vorliegenden Notwehrsituation beantragte der Staatsanwalt von sich aus einen Freispruch. Selbst die Aussagen der neun geladenen Zeugen waren für diese Entscheidung nicht mehr nötig.

Aus dem Urteilsspruch der Richterin lässt sich ableiten, dass die Anklage auf selektivem Bildmaterial beruhte, welches nicht den Kontext der Situation widerspiegelte. Es wurde vielmehr festgestellt, dass ein gezielter Angriff auf unsere Gruppe stattfand.

Die Auswahl des Bildmaterials erfolgte durch einen Szenekundigen Beamten (SKB) aus Braunschweig. Die Staatsanwaltschaft hatte sich, wie ihr Sitzungsvertreter einräumte, auf die Auswertung der SKBs aus Braunschweig verlassen. Zu Unrecht, wie sich herausstellte.
Aus unserer Sicht kann hierbei nur von einem Versuch gesprochen werden, Personen aus dem Umfeld der Gruppe Ultras Braunschweig zu kriminalisieren, um den eigentlichen Vorfall, einen politisch motivierten Angriff auf unsere Gruppe, herunterzuspielen.

Aus dem Ergebnis des Prozesses ergeben sich für uns folglich einige Fragen:
Warum wird sich allein auf die Situation nach dem Spiel fokussiert, wo wir zu einer Notwehrreaktion gezwungen waren, und daraus derart selektives Bildmaterial gewählt, welches den Ablauf der Übergriffe verfälscht? Wir fragen uns, ob bei den Braunschweiger SKBs bei Betrachtung der besonderen Situation in der Fanszene eine gewisse Objektivität vorhanden ist. In diesem Zusammenhang muss auch die Institution der Szenekundigen Beamten generell hinterfragt werden.
Wie kann es zudem sein, dass sowohl Staatsanwaltschaft, als auch das Amtsgericht bei der Prüfung eines hinreichenden Tatverdachts auf die Inaugenscheinnahme von Videoaufnahmen verzichten und damit blind der Darstellung der Geschehnisse durch Polizeibeamte vertrauen?

Wir kritisieren außerdem, dass unser Freund nunmehr seit fast einem Jahr von einem rechtlich grundlosen Stadionverbot betroffen ist und fordern die sofortige Aufhebung!

Ein besonderer Dank dagegen gilt allen Menschen, die sich mit dem Freigesprochenen solidarisiert haben und den weiten Weg nach Mönchengladbach extra auf sich nahmen, um den Prozess kritisch zu begleiten.

Wir lassen uns nicht unterkriegen – SKBs auf die Finger schauen!

Ultras Braunschweig am 07. August 2014
[info@ub01.de | www.ub01.de]


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