Aufruf zur Beteiligung an den Gegenprote..." /> Eintracht-Fans gegen BRAGIDA – Ultras Braunschweig

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Published on Januar 14th, 2015 | by corto

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Eintracht-Fans gegen BRAGIDA

Aufruf zur Beteiligung an den Gegenprotesten am 19.01.2015

Die Montagsaufmärsche der „PEGIDA“-Bewegung (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden sind gegenwärtig in aller Munde und zeigen einmal mehr auf, wie tief verwurzelt verkehrte und vereinfachte, rassistische sowie nationalistische Denk- und Erklärungsmuster in der Mitte unserer Gesellschaft sind. (1)

Seit Wochen demonstrieren in Dresden tausende rassistische Bürger*innen gemeinsam mit rechten Hooligans und Neonazis gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes.

Alter Rassismus in neuem Gewand
Der Rassismus, welcher sich hier offenbart, basiert bei den wenigsten auf der vermeintlichen (und wissenschaftlich lange widerlegten) Existenz von verschiedenen „Menschenrassen“ und der biologistisch begründeten Überlegenheit einer bestimmten Menschengruppe. Vielmehr wird sich eines Kulturalismus bedient, der davon ausgeht, dass unterschiedliche Kulturen mit gewissen Charakterzügen und Lebensweisen verbunden sind, welche nicht abgelegt werden können und nicht vermischt werden dürfen, da dies sonst der „eigenen Kultur“ schaden würde. Aus dieser Form von Rassismus entstehen Abwehrkämpfe, wie die der PEGIDA-Bewegung, in der Kulturbegriffe wie „das Abendland“ konstruiert werden, welches es ihrer Vorstellung nach vor „fremden“ Einflüssen zu schützen gelte.

Ganz ähnlich dem biologischen Rassismus, werden auch hier einer ganzen Gruppe von Menschen feste, unverrückbare Eigenschaften zugeschrieben, statt den individuellen Menschen zu sehen. Und so werden dann beispielsweise die Gräueltaten des Islamischen Staats (IS) in Syrien pauschal allen Menschen muslimischen Glaubens zugeschrieben und ihnen die selben Absichten unterstellt, anstatt bewusst zu differenzieren und in diesem Fall insbesondere die faschistischen Elemente des IS explizit als solche zu benennen.

PEGIDA jetzt auch in Braunschweig?
Ein Ableger namens „BRAGIDA“ („Braunschweig gegen die Islamisierung des Abendlandes“) will am 19.1.2015 versuchen an die Mobilisierung aus Dresden anzuknüpfen und einen vergleichbaren Aufmarsch hier in Braunschweig zu etablieren. Auch in anderen Städten gibt es bereits Versuche in die Fußstapfen von PEGIDA zu treten. Doch überall konnten zahlreiche Gegendemonstrant*innen klar machen, dass die (kultur-)rassistisch motivierte Ablehnung von Muslimen (womit oftmals alle Menschen gemeint sind, die von ihnen als „Fremde“ zugeordnet werden), dass Chauvinismus, sowie Nationalismus und die damit verbundene rassistische Abwertung von Flüchtlingen, in ihrer Stadt keinen Platz haben. Mancherorts (u.a. Berlin, München, Münster, Köln) gelang es sogar so viele Menschen auf die Straße zu mobilisieren, dass die geplanten Aufmärsche nicht durchgeführt werden konnten.

Hinter dem Braunschweiger Ableger „BRAGIDA“ verbergen sich einige Aktivisten, die zuvor unter dem Namen „Braunschweig wacht auf“ auch zu einer gemeinsamen Teilnahme an den Versammlungen der „Hooligans gegen Salafisten („HoGeSa“) in Köln und Hannover aufriefen. Vor allem die „HoGeSa“-Veranstaltung in Köln sorgte im Nachgang für rege Diskussion, bei der es u.a. zu zahlreichen Angriffen auf Journalist*innen und Gegendemonstrant*innen kam.

„HoGeSa“ stellt hierbei ganz klar den Versuch dar, extrem rechte Strukturen und Fußballfans näher zusammen zu bringen. So hob bspw. auch die neonazistische Partei „Die Rechte Braunschweiger Land“ auf Facebook besonders hervor, dass sich unter den gemeinsam Anreisenden zum HoGeSa-Aufmarsch in Köln auch einige Eintracht-Fans befunden hätten.

Gegen „BRAGIDA“!
Wir akzeptieren es nicht, dass leider auch vereinzelte (als solche erkennbare) Eintracht-Fans über das Internet zu dem rassistischen Aufmarsch aufrufen. Neben der grundlegenden Tatsache, dass diese Hand in Hand mit Nazis und Rechtspopulisten marschieren wollen, stehen die Inhalte von PEGIDA/BRAGIDA konträr zu den Grundsätzen der Eintracht-Fans für einen weltoffenen und toleranten Fußball.

Wir rufen daher alle Eintracht-Fans dazu auf, sich am 19.01. sichtbar und lautstark an den Aktivitäten des „Bündnis gegen Rechts“ unter dem Motto “Kein Platz für Rassismus, Nationalismus und Hetze gegen Flüchtlinge!” zu beteiligen.

Lasst uns ein Zeichen dafür setzen, dass menschenverachtende Ideologien bei uns im Verein und in der Stadt keinen Platz haben! Nazis und Rassist*innen gemeinsam entgegentreten!

 Ultras Braunschweig im Januar 2015

Weitere Informationen: http://buendnisgegenrechts.net
(1) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-82995572.html


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